Vor einigen Tagen ging die letzte Vorlesung im MSE dieses Semesters zu Ende, Zeit für einen Rückblick.
Seminar Program Analysis and Transformation
Wohl das Highlight dieses Semesters war das von Peter Sommerlad und Josef Joller geführte Seminar. Darauf werde ich aber in einem gesonderten Blog detaillierter Eingehen und erklären, was ich denn überhaupt gemacht habe. Obschon das Seminar wohl die mit dem höchsten Zeitaufwand erworbenenen ECTS-Punkte sind hat es sich doch gelohnt.
Allerdings sind wir noch nicht fertig mit dem Seminar, die Schlusspräsentation in knapp zwei Wochen steht noch an.
Applied Statistics and Data Analysis
Eines der drei Mathematik-Module, die ich insgesamt nehmen muss. Einerseits war es recht interessant, mal einen tieferen Einblick in Statistik zu erhalten, mit sehr vielen praxisnahen Beispielen. Das Problem: Auch wenn praxisnah, leider nicht wirklich für uns. Ich stehe nicht hinter einer Maschine und muss einen Prozess unter Kontrolle halten, noch muss ich irgendwelches Material abnehmen oder mich mit Regressionsmodellen rumschlagen. Eventuell nützt einem der Teil über statistische Versuchsplanung mal was.. wer weiss. Naja, dafür hatten wir zwei kompetente Dozenten, haben R kennengelernt und (sollten) wissen, wie eine Banane in einem Streudiagramm zu finden ist.
Cryptography and Coding Theory
Das zweite Mathe-Modul! Dazu noch ein interessantes Thema, das durchaus interessant und relevant für mich ist. Ich denke, von Kryptographie sollte jeder Informatiker eine gewisse Ahnung haben, schliesslich brauchen wir sie täglich.
Der Dozent, Willi Meier, ist absolut genial. Er wusste uns gut zu motivieren und versuchte, uns Ingenieuren alles in verdaulichen Häppchen rüberzubringen (”Mathematikern kann man den Beweis zeigen, und sie glauben einem; Ingenieure interessieren sich nicht für den Beweis, aber wollen ein paar Beispiele sehen bis sie überzeugt sind”).
Information Visualization and User Interfaces
In IVUI haben wir verschiedenste Dinge angeschaut: diverse Design-Fragen (z.B. Verwendung von Farben), verschiedene Visualisierungen, komische Eingabegeräte (Brain-Computer-Interaction), Virtual Reality, Spracherkennung, etc. Unglaublich viel Material, präsentiert von 4 verschiedenen Dozenten.
Was ziemlich lausig war am Modul ist, dass es praktisch keine Uebungen gab. Anstelle der Uebungen mussten wir zwei Seminararbeiten abgeben. Während die erste Arbeit wenigstens noch etwas mit dem Modulinhalt zu tun hatte, brauchte man für die zweite eigentlich kein neues Wissen (deshalb konnte man es auch bereits nach einer Woche abgeben). Das ist nicht der Sinn einer Uebung! In einer Uebung will ich das gehörte vertiefen, nochmals durchdenken oder anwenden können.
IT Security
Das zweite Modul mit 4 Dozenten, wovon einer eine totale Fehlbesetzung war. Ausserdem war es in Englisch, was leider auch nicht alle Dozenten wirklich beherrschten (eigentlich nur einer, ein zweiter war aber ganz OK).
Der Inhalt war vor allem eine Repetition, zumindest für HSR-Studenten, welche laut Aussage des Modul-Chefs eine sehr gute IT-Security-Ausbildung erhalten. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich das wusste. Allerdings gab es in der Modulbeschreibung auch einige interessante Punkte die aber leider wegen des wirklich schlechten Dozenten eine Enttäuschung wurden. Tja, Pech gehabt.
Theoretical Computer Science
Das Beste zum Schluss: Theoretical Computer Science war für mich das absolute Highlight des Semesters. Wir haben kurz die regulären und kontextfreien Sprachen repetiert und uns danach mit Turingmaschinen, dem Halteproblem, Komplexitätstheorie und Haskell rumgeschlagen. Und obschon das Modul von 3 Dozenten unterrichtet wurde, klappte die Abstimmung sehr gut. Von mir aus könnte man Haskell weglassen (eigenes Modul) und dafür die Komplexitätstheorie noch weiter ausbauen.
Bonuspunkte gibts von meiner Seite fürs konsequente Ignorieren von Moodle (warum braucht man eine schlechte Web-Anwendung um Dateien auszutauschen?).
Ok, das waren die Module.
Empfehlung?
Hm.. für wen ist der MSE eigentlich? Bloss 1/3 der ECTS holt man sich durch Theorie-Unterricht, der Rest sind Projekte und Seminare. Wer also gerne Arbeiten macht -> MSE. Lieber mehr Theorie und neues Lernen? Dann wohl eher nicht. Die eher magere Auswahl an Modulen macht das ganze nicht besser. Wo ich selbst stehe weiss ich nicht, ich denke irgendwo in der Mitte