Jazoon 2008
Tag 0, Tutorial
Für mich hat die Jazoon bereits am Montag mit Angelika Langer’s dreistündigem Generics-Tutorial angefangen. Drei Stunden über Generics? Ja, das ist kein Problem, Java Generics sind nun mal einfach ziemlich mühsam zu verstehen, und ein wirkliches gutes Beispiel, wie man ein Sprach-Feature nicht implementieren sollte—normalerweise sollte man nicht wissen müssen was der Compiler tut um etwas nachvollziehen zu können.
Tag 1, Martin Odersky, Simon Phipps, Neal Ford
Am morgen drei ziemlich spannende Keynotes, leider hatte Martin Odersky zu wenig Zeit und musste die interessanteren Aspekte von Scala—Higher Order Functions—überspringen. Dafür hatte ich später die Gelegenheit ein bisschen mit ihm über IDE-Support von Scala zu plaudern. Mal kucken, eventuell gibts bald mehr darüber
Was ich auch mal noch herausfinden muss ist, was für eine Muttersprache er hat.
Ein Dankeschön an Simon Phipps, dem wir zu veranken haben, dass Sun unterdessen eine richtige Open-Source Firma geworden ist
Und Neal Ford über DSLs war auch nicht schlecht, auch wenns irgendwie schade ist, dass ich seine Beispiele alle schon gekannt habe. Und nach dem Talk ist er mir leider entwischt, ich wollte ihn noch nach seinem neusten Buch fragen. Im Dezember hatte er mir noch geschrieben, dass es “within the
next few weeks for Beta book” erscheinen sollte.
Tag 2, Ted Neward, Roy T. Fielding, Stefan Tramm, Dierk König
Die Keynote von Ted Neward war super, man merkt, dass er das nicht zum ersten Mal tut, sondern, nach eigener Aussage, rund ein Mal pro Woche—er sei rund 200 Tage pro Jahr unterwegs, und das obschon er eine Frau und zwei Kinder hat; deren Fotos er im Kaffee natürlich prompt auf seinem iPhone herumzeigen musste
Im Gegensatz zu Ted war Roy Fielding eher etwas entäuschend, allerdings war er auch nicht ganz gesund.
So, mal ein unbekannter Name—Stefan Tramm von Netcetera—welcher eine sehr unterhaltsame und erfrischende Präsentation mit dem Thema Unix survival guide for Java programmers gehalten hat. Eigentlich nicht beschränkt auf Java programmers—also eigentlich genau das, was ich auch versuche, nämlich die Leute “aus ihrer IDE (oder ihren GUIs) zu locken” und zu lernen, effizient mit ihrem System umzugehen. Er war auch der erste Speaker, der das Publikum mit mehr als nur Hände hochhalten miteinbezog, indem wir alle regelmässig read the man page sagen mussten.
Am Nachmittag habe ich dann noch Dierk König kennengelernt und mit ihm etwas über IDEs und speziell natürlich auch Refactoring Plug-ins geplaudert (er ist Experte für unsere Groovy-Refactoring Bachelorarbeit, welche ich co-betreue).
Tag 3, Joshua Bloch, Joshua Bloch und nochmals Joshua Bloch
Der letzte Tag war eindeutig mein Joshua-Bloch-Tag. Am Morgen die Keynote über sein neues Buch, später eine Stunde lang Java-Puzzles und dann noch seine Meinung zum Thema BGGA Closures. Ziemlich interessante Geschichte, aber wahrscheinlich für viele Leute etwas zu viel. Man hat den Eindruck, dass Java als Sprache das einfach nicht verkraftet. Glücklicherweise wird Scala von vielen als Nachfolger von Java gehandelt—eine sehr schöne Vorstellung! Vielleicht zusammen mit Ola Bini’s Vision?
Ausserdem habe ich noch Heinz Kabutz zugehört, welcher eine Zusammenfassung seiner letzten zehn Newsletter zum Thema Concurrency präsentierte (hier der letzte). Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich keine multithreaded Programme in Java schreiben muss, da ich eigentlich nicht so begierig darauf bin zu lernen, wie der Memory-Manager der JVM funktioniert.
Generell
war alles sehr gut organisiert, und den ganzen Tag im Kino zu sitzen macht irgendwie auch viel mehr Spass als vermutet; entweder sind die Sitze dort viel bequemer als in anderen Kinos oder man sitzt beim Hören eines Talks anders als beim Schauen eines Filmes. Ich freue mich auf nächstes Jahr!











