Zwischendurch mal einen Klassiker zu lesen schadet nie, und dass das Buch so gut ist, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Der Anfang ist etwas zäh, da ich einige Wörter nachschauen musste (z.B. pauper, parish, beadle), aber danach gehts eigentlich. Allerdings stolpert man hin und wieder über sehr merkwürdige Wörter: beispielsweise wird nicht creature, sondern creetur geschrieben. Und viele Wörter die mit to beginnen, sind mit einem Bindestrich versehen: to-night, to-morrow. Daran gewöhnt man sich aber, schliesslich ist das Buch auch schon 170 Jahre alt.

Wie gesagt, ich war sehr positiv überrascht und musste oft lauthals loslachen, hier ein Beispiel:

‘You ought to be dead; positively dead with the fright,’ said the fat gentleman. ‘Why didn’t you send? Bless me, my man should have come in a minute; and so would I; and my assistant would have been delighted; or anybody, I’m sure, under such circumstances. Dear, dear! So unexpected! In the silence of the night, too!’
The doctor seemed expecially troubled by the fact of the robbery having been unexpected, and attempted in the night–time; as if it were the established custom of gentlemen in the housebreaking way to transact business at noon, and to make an appointment, by post, a day or two previous.

Genial, nicht? (Wem ist die Schreibweise von especially aufgefallen?)

Nach dem Lesen habe ich mir auch noch die relativ neue Verfilmung von Roman Polanski angesehen, und war ziemlich entäuscht. Natürlich muss man meistens halt was weglassen bei einer zweistündigen Verfilmung eines Buches, aber bei Oliver Twist wird meiner Meinung nach zu viel von seinem Schicksal verschwiegen. Naja, ich will nichts verraten. Lieber ein wenig mehr Zeit investieren und das Buch lesen, statt den Film zu schauen. Aber das ist wohl eine generelle Empfehlung.