IDE-Verbot für Anfänger?
Ich überlege mir gerade ernsthaft, ob es nicht sinnvoll wäre, den Erstsemestrigen, also den Programmieren 1 Besuchern, den Einsatz einer IDE zu verbieten. “Du Unmensch”, höre ich euch schon rufen, “es ist doch Java!”. Ich weiss, aber was soll ich sagen, wenn Studenten (so wie ich das heute in der Pause mitanhören musste) keine Ahnung von Packages haben, aber sich darauf verlassen, dass Eclipse ein rotes Kreuzchen macht, das man nur anklicken muss und alles korrigiert wird. Ähnliche Probleme gibt es beim Unterschied zwischen Instanz- und Klassenmethoden, sowie deren Sichtbarkeit.
Die Gefahr ist halt gross, dass man einfach mal etwas “drauf los programmiert” und danach das Gehirn einschaltet und die rot unterkringelten Statements noch mal genauer anschaut. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass, um den neumodischen Begriff zu verwenden, “dynamische Programmiersprachen” von vielen verschmäht werden, da man nicht die (trügerische) “Sicherheit” einer IDE hat.
Um wieder zurück zur Schule zu kommen: Sich auf die IDE zu verlassen ist auch in Hinsicht auf die bevorstehenden Prüfungen vielleicht nicht die beste Idee.
7 comments on “IDE-Verbot für Anfänger?”
Leave a comment
You must be connected to write a comment.


Ich fände diese Idee gar nicht so äbwägig – neben dem Zwang, das Gehirn bereits zu Beginn des Codierens einzuschalten zu müssen, würde auch das Verständnis des Zusammenspiels des Compilers, der Virtual Machine, des Byte und Java Codes gefördert. Die IDE könnte man in den letzten paar Stunden immer noch einführen, dass die Studenten dann auch wirklich gerüstet sind für ihre weiteren Java-Tätigkeiten an der HSR…
Nach kurzer Überlegung muss ich dir mit deinem Artikel recht geben. Es würde sicher nicht schaden, wenn die Grundlagen ohne Eclipse und konsorten gelöst werden würde.
Wie ich selbst sehe, bin ich teilweise noch abhängig von den IntelliSense (oder wie heisst das in Eclipse) Features.
Einen guten Editor wie TextPad, Notepad++, … bereitstellen, der vielleicht das direkte Ausführen noch zulässt und schon macht man sich viel mehr Gedanken über das geschriebene…
das sehe ich auch so! der lern-effekt wäre viel grösser, wenn man nicht immer auf das “rote kreuzchen” klicken kann um die probleme aus der welt zu schaffen! ein text-editor (am besten notepad++) und die kommandozeile und schon ist der lerneffekt um einiges grösser! wenn man das ganze hinterfragt (warum ist der fehler entstanden? was könnte der auslöser sein?) versteht man die funktionalität von java und die grundprinzipien von objekt-orientierten sprachen viel besser, als wenn man eclipse die “drecks-arbeit” erledigen lassen tut.
an der prüfung ist dann kein “rotes kreuzchen” mehr vorhanden!
Yep. Da stimme ich dir ueberein.
Ein simpler Editor mit Syntax highlighting waere meiner Meinung nach der bessere Einstieg. Man muss die Studenten ja nicht mit VI oder Emacs vergraulen. Danny hat da ein paar gute Editoren aufgezaehlt.
Man lernt mit dem Compiler umzugehen, kaempft mit den Classpaths, dem Loader etc.
Auch werden die Prototype-Driven-Devs gezwungen mal zu ueberlegen was sie da eigentlich schreiben wenn sie nicht alle zwei Zeilen schnell mal “refactoren” koennen.
Und diejenigen welche alle 30sec zwischen javac output und Editor wechseln um Syntaxfehler zu fixen, werden automatisch beginnen sorgfaelltiger und ueberlegter zu arbeiten.
Zudem fuehrt die Abstinenz all dieser Wizards dazu, dass man das Java Klassenframework eher kennen lernt und weiss was “wo” ist, lernt mit der OnlineDoc umzugehen und eine Ahnung bekommt welche Exceptions ungefaehr wo geworfen werden etc.
Natürlich muss die IDE am Anfang verboten werden. Da müssen wir doch gar nicht drüber diskutieren
War es bei uns im Prog1 nicht so, dass wir zeurst ohne IDE starteten? Bei DotNet (C#) mussten wir wenigstens ein oder zweimal den Code im Texteditor schreiben und über die Kommandozeile compilieren.
Da sind ja alle meiner Meinung..
Mal schauen im übernächsten Semester, ev. kann man ja was machen. Allerdings werden die Studenten kaum Freude haben.
Georg: Also momentan gibt es in der ersten Übung 1-2 Aufgaben die man in der Konsole macht, danach geht es gleich in Eclipse weiter.
Ich habe das in Prog1 freiwillig so gemacht, mit Vim und Konsole. Teilweise weil mir Eclipse als Editor einfach zu lahm war, teilweise weil ich alles selber schreiben wollte. Und ja, ich denke es hat sich gelohnt.