Backups mir Dirvish
Backups sind ein eher unbeliebtes Thema, genau so wie das bezahlen von Krankenkassenprämien und Versicherungen: Im Moment hat man nichts davon (ausser dass man vielleicht ruhiger schlafen kann), aber wenn mans mal braucht dann ist man ungemein froh darüber.
Im Gegensatz zur Krankenkassenversicherung wird man von niemanden dazu gezwungen, ein Backup auch zu machen. Bitte alle aufstehen, die irgendwo ein System haben, das nicht gebackupd wird. Und jetzt auch noch alle, die zwar ein Backup haben, aber noch nie einen Restore davon ausprobiert haben? Alle die jetzt stehen sollten den folgenden Beitrag lesen, und ich bin mir sicher, dass es einige sind
Ein Backup zu erstellen ist nicht besonders schwer, und man braucht auch bestimmt nicht selbst irgendwelche Skripts zu schreiben.
Ich nutze eigentlich auf allen System Dirvish. Es ist ziemlich einfach zu konfigurieren, und vor allem ist es sehr einfach nachzuvollziehen, was passiert, bzw. was gebackupd wird. Dirvish nutzt Hardlinks für die verschiedenen Versionen des Backups, gleiche Dateien belegen also nicht mehrfach Platz. Vielleicht noch zwei Begriffe: Dirvish legt die verschiedenen Backup-Ziele (sogenannte “Vaults”) in einem “Bank”-Verzeichnis ab.
Zuerst müssen wir Dirvish jedoch noch installieren:
sudo aptitude install dirvish ; sudo emerge dirvish
Wie gesagt, Dirvish braucht eine “Bank” für die Backups, sowie einen Vault pro Backupziel. Unsere Bank erstellen wir in /mnt und nennen sie “backup”. Ein Vault ist nichts anderes als ein Ordner mit einem Unterordner namens “dirvish”, nennen wir ihn “root”.
sudo mkdir -p /mnt/backup/root/dirvish
Danach editieren wir die Datei /etc/dirvish/master.conf, in der die globalen Einstellungen gemacht werden. So könnte es Beispielsweise aussehen:
bank:
/mnt/backup
# Veranlässt Dirvish, beim Backup auf dem
# aktuellen Filesystem zu bleiben.
xdev: true
# Ein paar nützliche excludes:
exclude:
lost+found/
/proc
/mnt
/dev
/sys
/var/cache/apt/archives/*.deb
# Alle Backups werden grundsätzlich
# nur 30 Tage lang aufbewahrt
expire-default: +30 days
# bis auf das erste jedes Monats,
# das behalten wir ein ganzes Jahr lang:
expire-rule:
# MIN HR DOM MON DOW STRFTIME_FMT
* * 1 * * +1 year
# Welche Backups/Vaults standardmässig
# gesichert werden:
Runall:
root
Diese Einstellungen sind für alle Vaults gültig. Danach brauchen wir nur noch eine Konfiguration für das Backup (/mnt/backup/root/dirvish/default.conf):
# Der lokale Name des Rechners
client: Debian-40-etch-64-LAMP
# Und den Pfad, ab dem wir sichern wollen
tree: /
Mehr brauchen wir nicht zu konfigurieren. Tatsächlich sind wir schon fast fertig, wir müssen nur noch den Vault initialisieren und abwarten, während das erste Backup gemacht wird.
dirvish --vault root --init
Per cronjob (/etc/cron.d/dirvish) wird das ganze nun jeden Abend angekickt. Das wars schon!
2 comments on “Backups mir Dirvish”
Leave a comment
You must be connected to write a comment.


Ich mache das Ganze auf Windows mit dem Backup-Skript von heise/c’t. Dort muss man nicht mehr konfigurieren wie beim Dirvish und es funktioniert gleich (mit Hardlinks). Dabei nutzt es einfach Rsync von Cygwin.
Da ich es nicht für nötig halte jeden Tag ein Backup zu machen und ich es auf einer Externen-Festplatte ablege. Habe ich eine normale Schaltuhr, die jede Woche meine Harddisk für ein paar Stunden einschaltet und der PC macht das Backup (geht aber weniger als eine Stunde). Danach gibs ein Mail an mich und die Festplatte schaltet sich per Schaltuhr wieder aus.
Bei meinem Windows Vista nutze ich die Windows Backup Funktion. Wie gut der Restore der Daten ist, weiss ich jedoch nicht. Müsste ich mal ausprobieren
Backups sind doch etwas für Beckenrandschwimmer…
Nein, ist ein interessanter Beitrag, ich werde Dirvish auch mal anschauen. Idee für einen weiteren Blogeintrag: Liste mit nützlicher Opensource-Software (von Audio-Player bis Zip-Tool).