Ein weiteres Buch der “Facets of Ruby”-Serie, das ich abhaken kann ist *Enterprise Integration* With Ruby:

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Der Titel hat mich zu Beginn eigentlich nicht sonderlich angemacht. Enterprise Integration? Beim Begriff Enterprise kommt mir immer das ganze Java-EE Zeugs in den Sinn und das hat mir bis jetzt nicht gerade viel Freude bereitet… Aber da es ja um Ruby geht und von den Pragmatic Programmern ist, habe ich es trotzdem gelesen.

Das Buch ist unterteilt in 5 Kapitel:

  • Datenbanken
  • XML Verarbeitung
  • Low Ceremony Distributed Applications
  • Distributed Applications with RPC
  • Tools und Techniken

h4. Datenbanken

Der Einstieg ins Thema Datenbanken beginnt mit von Hand geschriebenen SQL-Statements und man arbeitet sich dann über DBI bis zu ActiveRecord die Abstraktionsleiter hoch. Dabei wird jeweils eine kleine Applikation implementiert, und dann das Gelernte mit der nächsten “Technologie” (oder Library) verbessert. Da ich ActiveRecord bereits kannte war es nicht sonderlich spannend, aber für Einsteiger in Ruby sicher gut gemacht. Zum Schluss gab es noch ein Unterkapitel zum Thema LDAP, welches ähnlich aufgebaut ist.

h4. XML Verarbeitung

Ein Freund von XML bin ich eigentlich nicht (schon gar nicht mehr seit ich mich durch Eclipse-JDT’s 5500 Zeilen lange plugin.xml gekämpft habe). Die Einführung in DOM und SAX ist glücklicherweise recht kurz und man lernt dann anhand vieler Beispiele, wie man XML-Files generiert, verarbeitet und validiert. Wie zu erwarten wird auch noch ein kleines Beispiel mit YAML gemacht.

h4. Low Ceremony Distributed Applications / RPC

Neben Datenbanken und XML ist das nächste wichtige Enterprise-Thema natürlich die Entwicklung von verteilten Applikationen. Auch hier wird zuerst ganz einfach mit HTTP-Aufrufen angefangen und dann zu REST, SOAP, CORBA, RMI und Co. übergegangen. Beim Thema CORBA hatte ich mir erhofft, dass die Zusammenarbeit mit dem Java-Client mit JRuby realisiert wird, es wurde dann aber rjb verwendet, was auch nicht schlecht ist. JRuby wurde immerhin in einem Sidepanel erwähnt.

h4. Tools und Techniken

Das für mich interessanteste Kapitel kam zuletzt: Unter dem Sammelbegriff “Tools and Techniques” werden Themen wie i18n, L10n (vielen Dank dem Erfinder der Abkürzungen ;-) ), Logging, Daemons and Services, Build and Deployment und Rake erläutert. Ich erinnere mich noch, dass ich mal einen Windows-Service machen wollte und wie mühsam das war, mit Ruby ist das keine so grosse Sache mehr.
Das Thema i18n haben wir wohl dem Umstand zu verdanken, dass der Autor, Maik Schmidt, wie sein Name erahnen lässt, ein Deutscher ist und deshalb wohl mehr Wert darauf legt als andere (amerikanische) Autoren.

h4. Fazit

Wenn ich in Zukunft mal ein Ruby-Projekt im Enterprise-Umfeld machen darf, weiss ich jetzt genau wo ich nachsehen muss und habe bereits für alles mögliche Beispiele zur Hand.

Heute Morgen habe ich bereits mit dem nächsten Buch, Release it! angefangen, und die erste Case Study ist schon fast so spannend wie ein Krimi. Vielleicht gibts also schon bald ein weiterer Beitrag zum Thema “Gelesen: …”.