SE 2007
Die SE 2007 ist am Freitag zu Ende gegangen und ich bin wieder zurück in der Schweiz. Und wurde nach einer Woche Sonnenschein am Freitag Abend doch gleich mal verregnet.. ansonsten hat aber alles sehr gut geklappt, auch wenn es etwas frustrierend war, dass ich vom Flughafen nach Hause (21:45 bis 23:30) fast gleich lange gebraucht habe als von Hamburg nach Zürich (19:30 bis 21:30).
h2. Die Konferenz
Die Konferenz war meistens sehr interessant, auch wenn es ab und zu langweilige Beiträge hatte. Wobei es zwei Ausprägungen von Langweilig gab: Inhaltlich einfach nicht anspruchsvoll und dann noch viel Geschwafel über Prozesse und Techniken. Nur um ja nicht programmieren zu müssen (oder das die Inder und Polen machen zu lassen). Es gab doch tatsächlich einen Vortrag über einen Entwicklungsprozess bei dem kein einziges mal was von Code erwähnt wurde, nur Dokumente und Modelle. Wie wenn die Leute *Angst* vor Code hätten und ihn deshalb am liebsten unter einem grossen Haufen Prozess verstecken wollen. Es ist ja auch viel einfacher, irgendwas zu zeichnen modellieren, denn ob das ganze schlussendlich wirklich funktioniert ist damit noch lange nicht gesagt. Aber darüber könnte man wohl lange diskutieren.
Im Gegensatz dazu stand etwa der Vortrag von Stefan Richter mit dem Thema “Bottom-up Software Engineering: Wie man von Programmierern lernen kann, wie man ein Software-Projekt erfolgreich macht”. Leider hab ich seine Slides nirgends gefunden, aber ein Blick auf die Website gibt einen Eindruck. Wenn ich das richtig im Kopf habe, war der Inhalt zweier Folien “Wie viele UML-Diagramme hat Linus Torvalds gezeichnet?” und “Haben Larry Page und Sergey Brin den RUP benutzt als sie mit der Arbeit an ihren Suchalgorithmen begonnen haben?”
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Natürlich war auch der Vortrag von Peter Sommerlad sehr gut, er kam auch bei anderen die wir gefragt hatten gut an. Ich hoffe, dass auf der Konferenzwebsite der eine oder andere Vortrag noch auftauchen wird.
Von den Keynotes war natürlich Erich Gamma sehenswert, wobei mir Teile des Vortrags bereits von der Eclipse-Geburtstagsparty bekannt waren. Von Jazz werden wir bestimmt noch einiges hören. Die zweitbeste Keynote war wohl von Stefan Arn (UBS), den ich zitieren möchte:
Open-Source-Software ist nicht billiger, nur besser.
Nach seinen Aussagen setzt die UBS ziemlich stark auf Open Source Software und sieht darin auch das Zukunftsmodell. Allerdings fand ich es nicht so toll, dass er die GPL als grosses Problem sieht, da sie dem Lizenznehmer doch einige Pflichten auferlegt. Auf den Musterprozess den sie anstreben, um herauszufinden ob die GPL (glaube ich) in der Schweiz durchsetzbar ist, bin ich sehr gespannt.
h2. Rahmenprogramm
Ich kann schlecht mit anderen Konferenzen vergleichen, aber wie ich so gehört habe, sei es nicht unbedingt üblich, auch jeden Abend ein Programm anzubieten. Am Dienstag war ein Willkommensempfang mit sehr sehr gutem Essen in der Uni angesagt. Am Mittwoch dann wohl das Highlight, per Schiff ging es nach Blankenese in ein ziemlich exklusives Restaurant. Die Menukarte habe ich leider nicht zur Hand, aber es gab z.B. Kaviarvinaigrette und das Dessert war mit Blattgold dekoriert. Ausserdem wurden wir von Harry Potter bedient, auch nicht schlecht
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Am Donnerstag bildete die Konferenzparty den Abschluss. Das Buffet dort haben wir aber übersprungen, Peter hat uns stattdessen noch etwas durch Hamburg geführt und in den Ratshauskeller zu leckerem Essen eingeladen. Auf der Party ging es dann so richtig ab — jung und alt waren gleichermassen auf den Beinen. Auch der Veranstalter Heinz Züllighoven, der ja auch nicht mehr der jüngste ist, hat fast bis zum Schluss durchgehalten, wie auch gewisse Professoren der HSR und Universität Zürich.
h2. Hamburg
Hierzu möchte ich unsere Professorin Annette Verhein zitieren:
Hamburg ist schön!
Und es stimmt also wirklich. Es hat viele schöne Bauten und ist auch sehr grün. Der Taxifahrer meinte, Hamburg sei eine der grünsten Städte überhaupt. Auch der Hafen ist für uns als Binnenländler natürlich beeindruckend.
Noch nicht genug?
Auf der Konferenzseite sollten in den nächsten Tagen noch einige Fotos auftauchen, ansonsten habe ich bei flickr schon ein paar wenige gefunden. Beim oose Informatik Podcast gibt es ein Video, welches auch ein kleines Interview mit Prof. Sommerlad enthält.
5 comments on “SE 2007”
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Könntest du denn Titel bitte in “Das luxeriöse Leben der HSR-Assistenten” ändern?! Würde unserein nicht an der Sonne “liegen” würde ich schon fast neidisch.
Ob man Software lieber spezifiziert (und von einem Inder implementieren lässt) oder sie doch gleich lieber selber implementiert ist wohl eine nicht endende Diskussion, die in den nächsten Jahren aber sicher noch wichtiger wird.
Die GPL hat wie jeder “Kaufvertrag” Vor- und Nachteile. Was die UBS daran auszusetzen hat verstehe ich nicht ganz, besonders da sie scheinbar davon zu profitieren scheint.
Jaja
Denke schon auch, dass das ganze MDA/MDD noch einiges an Diskussion geben wird. Vielleicht müsste ich mich mal genauer damit beschäftigen, aber irgendwie konnte ich mich noch nicht überwinden. Ich frage mich auch, wie man dann z.B. das “SCM” macht. Oder wie gut kann man Modelle mergen? Andererseits gibt es ja auch Leute die ihre Dokus mit Word schreiben und ein armer Kerl dann jeweils für das zusammenfügen zuständig ist. Und bevor jetzt jemand kommt und sagt, Modelle müssten ja nicht grafisch sein sondern auch textuell – dann sollte man doch gleich eine DSL machen. Vielleicht verwischen die Grenzen dann auch mit der Zeit.
Was ihm nicht gefallen hat war, soviel ich verstanden habe, dass man den Source den man ändert wieder zurückgeben muss. Ich denke aber, dass gerade dies eine der Stärken der GPL ist.
Hätte Linus Torvalds Linux für einen Kunden entwickelt – das Ganze zahlbar und zu einem festgelegten Termin – wäre er sicher anders vorgegangen.
Es ist leider so, dass die meisten Informatikprojekte von einem Kunden angerissen werden. Vor allem in der Schweiz ist nicht viel Geld verfügbar um einfach einmal etwas zu hacken.
“einfach einmal etwas zu hacken” tönt aber schon sehr negativ
Funktioniert denn der traditionellere Ansatz? Am Vortrag wurde genannt, dass 70% der Software-Projekte scheitern, sieht für mich also nicht aus als würde alles klappen.
Ausserdem ist ja nicht gesagt, dass man “nur” einfach drauflos hackt. Management braucht es trotzdem, bei freiheit.com zum Beispiel wird sehr viel Wert auf das Risikomanagement gelegt und es wird ständig überprüft ob die Features zur richtigen Zeit fertig werden, ansonsten wird der Plan oder das Feature angepasst, und das ganze geschieht sehr kurzfristig (oder auch agil, wenn man will). Ich weiss nicht wie gut das klappt wenn man zuerst ein Jahr lang Diagramme malt und dann auf die Inder (oder wen auch immer, nichts gegen Inder!) warten muss bis die alles Umgesetzt haben…
Beim Menü kann ich aushelfen…
- Terrine von Lachs und Flusszander mit Kaviarvinaigrette und Frisee
- Filet vom Weiderind unter der Pfefferkruste mit zweierlei Portweinsaucen, dreierlei Bohnen und Polentastrudel
- Pave von der Valrhonaschokolade mit Mango und Vanilleeis
Zum Thema:
Ich fand die anderen Argumente von Stefan Arn bezüglich der Sicherheit von Open Source Software eigentlich viel relevanter, als die zwei Beispiele von Google und Linux. Da hinter OSS keine Firma steht, die Image-Probleme durch das Aufdecken von Schwachstellen in ihrer Software befürchten muss, werden Fehler schneller offen gelegt und folglich auch korrigiert.