Nachdem ich kürzlich über Workingsets geschrieben habe, wurde mir in einem Kommentar nahegelegt, doch mal Mylar auszuprobieren. Kurz darauf habe ich im Blog von Wayne Beaton einen Artikel über Mylar gesehen, da konnte ich nicht mehr anders als es mir mal anzusehen.

Zuerst habe ich mir ein einstündiges Webinar gemacht, welches sehr zu begeistern vermag und gut zeigt, was Mylar alles kann. Entweder könnt ihr also hier weiterlesen oder gleich das Webinar machen :)

Das Ziel von Mylar ist es, das Arbeiten mit Eclipse mehr Task-fokussiert zu machen. Das soll bedeuten, dass man nur den Teil des Projektes zu sehen bekommt, an dem man im Moment arbeitet. Im Grundprinzip also ähnlich wie Workingsets, allerdings macht Mylar alles automatisch. Dazu legt man einfach einen Task an, aktiviert diesen und ab dann merkt sich Mylar, welche Files und Methoden man wie oft benutzt und blendet den irrelevanten Teil aus. Am besten sieht mal das wohl anhand eines Screenshots:

mylar_screenshot.png

Links ist der bekannte Package-Explorer (weniger benutzte und ältere Einträge werden hellgrau), allerdings stark eingeschränkt und viel übersichtlicher. Rechts sieht man die Mylar-Tasklist, mit dem aktiven Task. Was gerade nicht ersichtlich ist, auch die Problems-Liste und die Code-Vervollständigung werden eingeschränkt.

Sobald man sich daran gewöhnt hat mit den Tasks zu arbeiten, ist Mylar ziemlich nützlich. Ausserdem wird der aktuelle Zustand des Editors beim deaktivieren eines Tasks komplett gespeichert und kann später wiederhergestellt werden. Das ist sehr nützlich, wenn man einen dringenden Bug-Report bekommt und danach wieder am alten Zustand weiterarbeiten will.
Apropos Task-Liste, Mylar kann sich auch mit Bugzilla, Trac und Jira verbinden und man kann die Tasks / Tickets von dort verwenden und auch in einem Eclipse-Form-Editor bearbeiten. Ein witziges Feature ist noch, dass man den aktuellen Kontext auch ans Ticket anhängen kann, so könnte ein Kollege (wenn sie denn Mylar einsetzen oder dieses Blog lesen würden..) meinen Kontext laden und sähen gleich, woran ich beim Lösen des Tickets gearbeitet habe. Den Browser braucht man also kaum noch.

Auch ich habe noch lange nicht alle Features von Mylar entdeckt, aber das Task-orientierte UI ist wirklich nützlich. Zum Beispiel könnte Mylar, wenn man an einem SVN-Projekt arbeitet, auch einen Commit-Kontext erstellen, so dass man gezielt die richtigen Dateien eincheckt. Das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert, da ich Subversion nur von der Kommandozeile aus einsetze.

Probiert es am besten einfach mal aus, es lohnt sich wirklich.