Was für ein Buch! Nach dem Mega-Hit Gödel Escher Bach von Hofstadter ist dies das zweite Buch das ich von ihm gelesen habe.

Ein Strange Loop ist, laut Wikipedia:

A strange loop arises when, by moving up or down through a hierarchical system, one finds oneself back where one started.

Auf Deutsch könnte man auch Selbst-Referenz sagen, also irgend ein Ding, das auf sich selbst zeigt. Dies kann zum Beispiel ein Quine sein, ein Bild von M.C. Escher, oder eben auch ein Mensch.

Hofstadter glaubt (und ich habe keine Ahnung, ob das nur seine Ansicht ist oder eine generell akzeptierte Theorie), dass jeder Mensch ohne Bewusstsein geboren wird und sich dieses im Lauf seines Lebens mit den erlebten Erfahrungen aneignet. Dabei umfasst unser Gehirn Symbole für alle möglichen Dinge. Wir können auch neue Symbole erlernen und so unser Wissen erweitern (etwas, was den meisten Tieren fehlt). Die ganzen Symbole werden in Kategorien zusammengefasst und bilden Muster und Strukturen, was wiederum zu neuen Symbolen und Strukturen und so weiter führt. Die Summe aller dieser Konzepte – also von allem Erlebten, Wissen und Erfahrungen – ist dann das I, oder auch die Seele eines Menschen.

Allerdings gibt es auch schwächere Formen von I, so habe ich von den Leuten die ich kenne eine Kopie ihres Is in mir. Je nach dem ist dieses unterschiedlich stark ausgeprägt, und Hofstadter überlegt, ob so ein Teil eines Menschen in einem anderen weiterleben kann. Ich nehme an, diese fremden Is sind nicht so reich, dass sie ein Bewusstsein darstellen.

Ich hoffe, ich konnte das korrekt und einigermassen verständlich zusammenfassen. Hofstadter gelingt dies mit vielen Metaphern, Wortspielen und Analogien wunderbar. Nebenbei geht es natürlich auch noch darum, wie denn unser Gehirn aufgebaut ist. Kleinste Teile die irgendwie rumschwirren und zusammen, ähnlich einem Ameisenhaufen (sollte aus GEB bekannt sein), diese Symbole bilden.

Immer wieder drängt auch Hofstadters Faszination für Gödel durch, der Gödelsche Unvollständigkeitssatz wird über mehrere Kapitel erklärt, und immer wieder muss die Principia Mathematica für Vergleiche und Beispiele herhalten.

Das Buch ist weniger überzeugend als Gödel Escher Bach. Zum einen ist I Am a Strange Loop eine Art Fortsetzung, oder Klarstellung der Ideen aus Gödel Escher Bach. Es wirkt aber auch an vielen Stellen ein wenig sprunghaft, holperig, lebendiger, nervöser, nicht so sauber durchdacht und strukturiert. Allerdings dringt dadurch auch Hofstadters I mehr durch, man könnte meinen, man sitze mit ihm zusammen und er erzähle einem alles. Auch sehr nett sind die vielen Notizen und Anmerkungen im Anhang des Buches.

Trotzdem ist es immer noch ein sehr gutes und interessantes Buch, aber zuerst unbedingt Gödel Escher Bach lesen um zu erleben, wofür Hofstadter einen Pulitzer-Preis bekommen hat.