Nach M. Blechers erstem Buch Aus der unmittelbaren Unwirklichkeit musste ich auch seine beiden anderen Bücher noch lesen, so fasziniert war ich vom ersten. Ich wurde nicht entäuscht

Vernarbte Herzen erzählt die (autobiographische) Geschichte von Emanuel, “eines rumänischen Chemiestudenten in Paris, der an Knochentuberkulose erkrankt und fast ein Jahr in einem französischen Sanatorium am Atlantik verbringt”. Beleuchtete Höhle knüpft an die vernarbten Herzen an, führt aber die Geschichte nicht nahtlos weiter sondern erzählt einzelne Episoden von Blechers Leiden, eine Art Mittelweg zwischen den anderen beiden Büchern.

Zentrales Thema ist eigentlich immer der Schmerz, wie er ihn erträgt, wie er damit umgehen und (soweit man das so nenne kann) weiterleben kann. Wenn ich daran denke, dass Blecher ungefähr im selben Alter war wie ich es jetzt bin, macht es das Lesen nicht gerade einfacher. Auch wenn er wahrscheinlich gewusst hat, dass er bald sterben wird, oder zumindest nie mehr gesund wird, hört man ihn nie darüber klagen.

Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, Andreas Breitenstein von der NZZ ist das viel besser gelungen; bitte dort weiterlesen. Oder natürlich noch besser – selbst lesen.