Absolvententag 2006
Heute war, wie einige von euch vielleicht wissen, oder sogar dabei waren, der Absolvententag 2006.
Vielleicht das positive zuerst: Grundsätzlich ist das ganze keine schlechte Idee, ich habe Firmen kennengelernt, von welchen ich zuvor nie etwas gehört hatte. Ausserdem war es interessant, wie sich die verschiedenen Firmen präsentierten. Auch die Organisation und Events waren eigentlich gut gelungen, auch wenn ich nicht überall teilgenommen habe.
Leider war der Anfang gleich etwas entäuschend, bei der Begrüssung ging es immer nur um die ZHWin, die HSR wurde nie erwähnt. Ich hatte auch das Gefühl, dass den Ausstellern nicht wirklich bewusst war, dass wir von Rapperswil auch anwesend waren. Dazu gehört auch, dass wir, obwohl wir angefragt wurden, auf unseren Namensschildern die falsche Studienrichtung stehen hatten. Trotzdem ist es nett, dass wir überhaupt eingeladen wurden.
Trotz der vielen Informationen die wir erhielten habe ich immer noch keine Ahnung, wo ich mich bewerben will. Im Gegenteil. Ich bin etwas entäuscht wie engstirnig die Branche zu sein scheint. Es scheint nur Windows, Java und (immerhin noch) .NET zu geben. Einem Software-Entwickler antwortete ich auf die Frage, welches meine liebste Programmiersprache sei, mit “Ruby” und man merkte, dass er noch nie etwas davon gehört hatte und froh war als mein Kollege noch mit “Java und C#” antwortete. Tut mir leid, aber das hätte ich von einem Manager erwartet, aber nicht von einem Software-Entwickler.
Einem anderen antwortete ich auf die Frage, mit was ich mich im Moment so befasse mit “Desktop-Applikationen mit Qt” und auch da merkte man, dass es keine Ahnung hatte und gleich weiter etwas von Microsoft-Office-Integration erzählte.
Zum Glück habe ich ja noch etwas Zeit mich zu entscheiden. Und sonst werde ich mich halt selbständig machen
15 comments on “Absolvententag 2006”
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Sag mal, du warst aber nicht in der Gruppe, welche um 10 auf das Namensschildchen gewartet hat?
Nein, wir waren so um 9:20-25 dort.. was war denn um 10?
Einige Namensschildchen haben gefehlt, und da waren ein paar da von Rapperswil am warten.
Wir von der HSR wurden sogar noch extra per Mail gefragt, wie den unser Studiengang genau heisst, aber wie es aussieht glaubten die Organisatoren nicht, dass der Studiengang “nur” Informatik heisst.
Ach so
Neinein, das hat wunderbar geklappt bei uns. Wie gesagt, wir waren einfach falsch angeschrieben, was zum Teil zu Verwirrung bei den Ausstellern führte und dann jeweils korrigiert werden musste.
Hallo
Bin per Zufall (Google Desktop sei dank ;o) auf deinen Blog Eintrag gestossen.
Ich weiss nicht mit welcher Vorstellung an diesen Absolvententag gegangen bist, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass nicht jeder Mensch alles kennen kann, bzw. kennen muss. Denn, wenn man immer auf dem Laufenden bleiben will, muss man sehr viel Zeit investieren, immer am Ball zu bleiben. Und genau diese Zeit hat man in der Wirtschaft (leider) nicht!! Denn die Firma will Geld verdienen und nicht Goldrand Software ausliefern, die dreimal soviel kostet, wie in virklichkeit verechnet werden kann.
Auf die Frage “Wer kennt Ruby?” muss ich gestehen, wusste ich auch lange nicht, was das ist und bekannt ist es, meiner Meinung nach, immer noch nicht wirklich.
Auch das Thema “Desktop-Applikationen mit Qt” ist sehr speziell! Welche grosse Software Budde programmiert denn damit? bzw. Wieviel % der Anwendungen sind mit Qt programmiert und wieviele mit .Net / Java? Welches System ist besser dokumentiert und unterstützt? Wer hat die grössere Community?
Und ich kann dir ein Haufen Leute aufzählen die in der Informatik Branche arbeiten, die CQ nicht kennen.
Zusammengefasst: Wenn man nicht in der Windows Welt arbeitet (> 70%) dann kennt man die beiden Begriffe nicht umbedingt!
Falls dieser Software Entwickler von der namics ag war, dann kann ich dir mitteilen: Wenn’s mal ein Kunden Projekt geben sollte, indem Ruby und Qt eine Rolle spielt, dann rufen wir dich an, ok? Weil soweit ich weiss, setzen wir weder Qt noch Ruby kennen.
Aber was soll’s! Ich denke gewisse Einschränkungen wirst du leider machen müssen, wenn du in die “wirkliche Welt”, ausserhalb der behüteten HSR, kommst. Ich war selber auch an der HSR und was man da lernt ist ein gross Teil nicht zu gebrauchen. Denn die Wirtschaft funktioniert leider anders
Wünsche Dir trotzdem viel Erfolg bei der Job Suche ;o)
Gruess Jan
PS: Ich bin Software Ingenieur bei der namics ag.
Wow, der Kommentar ist ja fast länger als mein Beitrag
Ich hatte wohl schon etwas falsche Vorstellungen. Ich hatte einfach gedacht, dass man den Namen kennen sollte. Ich denke doch, soo unbekannt ist Ruby doch nicht mehr, oder? Auch in der Fachpresse liest man ab und zu davon. Ich war einfach erstaunt darüber. Auch zu Qt, davon hat man doch bestimmt schon gehört? Wahrscheinlich lebe ich zu sehr in einer Traumwelt.. für mich als Informatiker ist es eine Selbstverständlichkeit sich immer über neue und andere Technologien zu informieren.
Und nein, der war nicht von namics. Namics hat eigentlich einen ganz guten Eindruck gemacht, auch wenn in meinem Gespräch für meinen Geschmack etwas viel der Begriff SAP gefallen ist
Aber das muss wohl nicht allzu viel heissen. Sehr gut gefallen bei namics hat mir, dass man im Lauf des Bewerbungs-Prozesses einen Schnuppertag machen kann. Falls es wirklich mal so was geben wird würde ich mich natürlich auf einen Anruf sehr freuen
Apropos HSR, du bist nicht per Zufall mit dem Herrn Beat Stettler verwandt?
Ach, und nicht dass hier insgesamt ein falscher Eindruck entsteht, ich habe durchaus auch Erfahrung im Bereich Java / C++ und C#.NET
Nun muss ich meinen Kommentar auch los werden: Man muss einfach sehen, dass eben tatsächlich ein grosser Teil der Wirtschaft mit Microsoft und Java funktioniert, zudem sind wohl immer noch viele Firmen zufriedener mit einem direkten Unternehmen, welches alles selbst in der Hand hat, (z.B. MS, SAP, Sun) das sie ansprechen können … also fehlt wohl zum Teil einfach das Vertrauen in Open Source.
Man muss auch bedenken, dass am Absolvententag nur ein kleiner Teil der möglichen Unternehmen vertreten war und daher bin ich mir sicher, dass es Firmen gibt, welche Ruby nutzen.
Und schlussendlich hat es auch Vorteile:
Erstens kannst du in einer Firma einsteigen und deine eigene Ideen einbringen, was durchaus sehr sinnvoll sein kann (wird doch in My Job Went to India auch erwähnt). Zweitens steigen deine Chancen für eine eigene Firma falls Ruby wirklich so viel produktiver ist als z.B. Java. Und das ist es natürlich, davon sind wir ja beide überzeugt
Ps: Qt sollte meiner Meinung nach jeder Informatiker, der mit SE/Desktopapps zu tun hat, kennen (wissen was es ist), da es ein (kommerzielles) Produkt ist und viel Werbung dafür gemacht wird (siehe C’t).
Informatik ist nun mal eine Schlagwortdisziplin. Eigentlich ist das Spiel ganz einfach, jeder wirft Schlagwörter in die Runde und der der zuerst zuckt hat verloren. Natürlich ist es so das dieses Spiel nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Kunden oder Mitarbeiter (im um Spielkontext zu bleiben: “Der Gegner”) beiträgt. Weil aussenstehende dem Spiel häufig nicht folgen können, wirken sie als Spielverderber und versuchen das Spiel zu unterbrechen. Informatiker haben aber auch hier viel Erfahrung und Ignorieren die Spielverderber gekonnt.
Und natürlich ist es auch so das man, erst einmal im Job, mit kaum mehr als einer handvoll Techniken zu tun hat. Nicht desto trotz sollte man trotzdem immer eine paar hippe Technologien, Schlagwörter und Programmiersprachen im Ärmel haben und dem richtigen Kontext zuordnen können (sei es nur um “Gegner” ausstechen zu können). Natürlich gilt hier je mehr Mainstream um so grösser die Chance das das Wort im Spiel auftaucht (und Qt, Ruby sind meiner Meinung schon recht Mainstream) und die Kentnisse des Worts einem am Zusammenzucken hindern. Mirko und ich haben es im Skypetest locker auf ein paar duzend Programmiersprachen gebracht und im Internet gibt es 1000 weitere zum Kennenlernen.
In diesem Sinn frohes Schlagwörterbüffeln und Bullshit-Bingo spielen. Immer daran denken: Wer zuerst zuckt hat verloren!
Tja, ich würde gerne immer und überall reinschnuppern! Aber irgendwie möcht ich auch noch ein echtes Leben, neben dem virtuellen am Computer!
Jetzt kannst du dich aber “Von” nennen!! Habe echt viel Zeit für den Kommentar investiert!! und das während meines kurzen “echten” Leben ;o)
Gruess Jan
PS: Nein bin nicht mit Beat Verwandt ;o)
@Georg, jetzt weiss ich was ich heute vergass zu fragen, du hast mich mit “My Job Went to India” erinnert: Welche der Firmen nach XP arbeitet, oder ob sie zumindest davon gehört haben. Oder generell, was sie von Pragmatic Programming halten. Und natürlich sollten alle Qt kennen
Die meisten setzen es mit Skype sogar schon ein..
@Leo, sehr schön erläutert, muss ich mir merken
@Jan, danke dir für deine Kommentare! Schliesslich ist so ein Blog ja auch dazu da zu diskutieren. Mir macht es zumindest Spass. Und ja, natürlich will man auch noch ein richtiges Leben haben. Sollte man auch. Ev. sieht man sich ja bei namics mal wieder
@Jan. Noch spannend dass Du bei namics unsere (Werbe)Website und nicht unseren namics Blog angegeben hast.
Gruss Jürg
PS: Techie im Herzen, Blogger (und nun CEO) bei namics
@Jürg: Hats auf der Blog Seite auch ein Bewerbungsformular ;o)
Bei namics bewerbe ich mich auch per Blog-Kommentar. Kein Problem!
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