Gelesen: Aus der unmittelbaren Unwirklichkeit
Ein unglaubliches Buch, und wenn ich daran zurückdenke bin ich immer noch ganz verstört. Geschrieben vom 27 jährigen tuberkulosekranken M. Blecher, der 2 Jahre darauf verstarb. Ich weiss nicht, ob ich genug Worte finde, um das Buch angemessen zu beschreiben. Zum einen gibt es keine Handlung im gesamten Buch. Auch praktisch keine Dialoge, das ganze ist ein teilweise zusammenhangsloser innerer Monolog einer unbekannten Person, ein Junge, welche in irgendeiner Stadt wohnt, wenig Freunde hat und den ganzen Tag rumsträunt und sich in seinen Gedanken verliert.
Der Junge ist keine normale Person, kann man wohl sagen. Er sieht in den banalsten Dingen des Alltags unglaubliches und verliert sich darin, in fast allem sieht er Elend. Einmal taucht er in eine Pfütze von Schlamm:
Die Menschen und Dinge waren aus eben diesem Mist und Urin hervorgeschossen, in denen ich meine sehr konkreten Schuhe versenkte. Vergebens hatten die Menschen sich in ihre weisse samtige Haut eingewickelt und sich mit Stoffkleidern umhüllt. Vergebens…vergebens…In ihnen lag unerbittlich, zwingend und elementar der Schlamm, der warme, fette und faulige Schlamm. Die Langeweile und der Stumpfsinn, mit denen sie ihr Leben anfüllten, zeigten dies zur Genüge.
Phu, die Erinnerung genügt, und es schaudert mich erneut. Ein unglaubliches Buch. Es ist schwer zu beschreiben was daran so gut ist, ich denke, man muss es einfach lesen.
Meine Bewunderung gilt auch dem Uebersetzer, der das Buch ins Deutsche geholt hat (das Original ist Rumänisch, soviel ich weiss).
Hier noch ein paar Rezensionen.
Von meinen Kollegen kommt mir eigentlich nur einer in den Sinn, welcher dieses Buch lesen sollte. Roland, falls du das liest, du bist gemeint! Ich schenk dir das Buch, wenn wir danach mal zu einer Flasche Wein zusammensitzen und darüber diskutieren. Melde dich. In der Zwischenzeit werde ich mal Blechers spätere Bücher lesen.
5 comments on “Gelesen: Aus der unmittelbaren Unwirklichkeit”
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Ok, Buch ist unterwegs
Ist schon so gut wie gelesen…
Ja warts mal ab..
Ich glaub ich musste noch nie so oft in einem Buch die ersten paar Seiten lesen..
Ich habe diese Buch gelesen und musste die ersten Seiten auch öfter lesen den ich fand es einfach so unglaublich alles